Mentorin – eine kleine Hommage

Ich liebte dich
Ja, du warst mir
Inspiration und Lehrwerkstatt

 

Über dein Alter sprachst du nie
Dein Geist war rege
Und alles, was du mir nahe brachtest
Zeugte von Weisheit und Kompetenz

 

Ich las in deinem liebevollen Gesicht
Das immer noch die Schönheit
Deiner Jugend widerspiegelte

Faltige Hände hielten mich
Sie waren agil und
Meisterlich schufen sie Objekte der Kunst
So durfte auch ich den Pinsel führen
Tat es dir gleich, meiner Fantasie folgend
An lauen Sommerabenden
Wenn durch die offene Verandatür
Ein Wehen den erhitzten Körper kühlte
Saß ich neben dir am Flügel
Lauschte deinem Klavierspiel
Auch dieses Metier war dein Pläsier
Du setztest die Noten
Schriebst selbst eigene Kompositionen
Und ich staunte, verlor mich in jenen Tönen
Die auch heute noch in mir lebendig sind
So erfuhr ich viel über die Harmonielehre
Spielte bald selbst gar kleine Melodien
Die Liebe zur Musik
Fand bei dir seinen Ursprung
Heut' weiß ich, du hattest das Pensionsalter Längst überschritten

 

Irgendwann verstummte die Musik
Und die schaffenden Hände
Lagen gefaltet auf deiner Brust

 

Doch die Erinnerung lebt weiter in mir
Und dies’ eine Bild
Das man mir aus deinem Nachlass ließ
Halte ich heute in meinen Händen
Die nie aufhören, der Kunst eine Form zu geben
So, wie du es mich lehrtest


© Sabine Fenner


Ein Auszug aus meiner Autobiografie

"Nichts Weltbewegendes..." 

Eins ihrer Bilder, das sich heute in meinem Besitz befindet.
Eins ihrer Bilder, das sich heute in meinem Besitz befindet.

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