Flensburg

Vor ein paar Tagen besuchte ich meine Heimatstadt. Mit meinen Handflächen strich ich über so manches Utensil aus Kindertagen, die noch an ihrem Platz standen. Sei es die Skulptur im Park vor dem Museum, das eiserne Geländer, das meine Grundschule säumte. Selbst die Marienkirche - alles kam mir so klein vor und doch erzeugten diese liebgewordenen Dinge ein wohliges Gefühl in mir von Vertrautheit. An einigen Fensterscheiben drückte ich mir die Nase platt. Ein wenig enttäuscht wich ich zurück. Längst hatten die Besitzer gewechselt. Mein Gesicht erhellte sich, als ich den Garten unseres alten Hauses betrat, wo ich die ersten neun Jahre meines Lebens verbrachte. Es stand immer noch da, als hätte ich es gestern verlassen. Die Namen an der Tür kannte ich nicht mehr, aber die alte Eingangstür aus Eichenholz hing noch in den Scharnieren. Nur die Farbschichten waren mehr geworden. Auch der Alte Friedhof lag noch da, als wären die Jahre nicht ins Land gezogen. Als Kind saß ich an den Sonntagen oft dort auf einer Bank und fütterte die Eichhörnchen. Bald werde ich wieder aufbrechen, denn es gibt noch so viele schöne Fleckchen, die es wert sind, sie noch einmal in Erinnerung zu rufen.

 

© Sabine Fenner

Standbild Gerettet (1887) von Adolf Brütt in den Grünanlagen d. Museums
Standbild Gerettet (1887) von Adolf Brütt in den Grünanlagen d. Museums

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